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1. AIR-Business-Frühstück am 9. Dezember 2010, Thema: GMES

 

Rund 20 Experten und Entscheidungsträger folgten der Einladung der EFTAS GmbH und fanden trotz starken Schneetreibens den Weg in das Innovations- und Gründerzentrum in Herne – dem Sitz des Anwenderverbands für integrierte Rauminformationen und Technologien.

 

Im Fokus der Veranstaltung stand der „AIR-gemäße“, d.h. technologieübergreifende Blick auf die zukünftigen Perspektiven des europäischen Programms Global Monitoring for Environment and Security (GMES).

 

Die Gründung des AIR e.V. – als Erweiterung und Neuausrichtung von NAVISAT e.V. - wurde maßgeblich durch den Projektverbund von geonet NRW unterstützt, um so eine nachhaltige, operationelle Koordinationsstelle für die Belange des Technologietransfers der Themenfelder Satellitennavigation, Geoinformation und eben GMES zu installieren.

 

Nicht zufällig also wurde diese erste Auflage des Business-Frühstücks durch die EFTAS GmbH als geonet NRW-Projektpartner und AIR-Mitglied durchgeführt. Die EFTAS GmbH ist als ein führender Dienstleister für Geoinformationssysteme sowie Luft- und Satellitenbildauswertung verantwortlich für das geonet NRW-Themenfeld GMES und setzte diese Thematik in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Olaf Büscher, Projektleiter von geonet NRW bei der EFTAS GmbH, berichtete über den derzeitigen Stand von GMES und die mittelfristigen Perspektiven.

 

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Hochaktuell ist die Bereitstellung erster Demonstrationsdaten der High-Resolution (HR)-Layer des GMES-Land-Dienstes durch das federführende Projektkonsortium geoland2. Entsprechend der Spezifikationen dieser Demonstrationsprodukte werden Geodaten in nächster Zukunft für die Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt. Finanziert werden die paneuropäischen Daten aus dem Budget von insgesamt 107 Millionen Euro der GMES Initial Operations (GIO), welches im September dieses Jahres bewilligt wurde.

 

Dr. Wolfgang Steinborn vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläuterte im weiteren Verlauf des Frühstücks die Vorzüge und Einsatzmöglichkeiten von Urban Atlas - dem bereits existierenden und frei nutzbaren Teil des GMES-Land-Dienstes.

 

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Über sogenannte GMES-Downstream Services werden auch spezifische Fragestellungen abgedeckt. Im Rahmen des AIR-Business-Frühstücks stellte Norbert Benecke von der DMT GmbH & Co. KG die Entwicklungen des Projektes TERRAFIRMA vor. Zentrales Thema in TERRAFIRMA ist die Messung von Bodenbewegungen unter Nutzung satellitengestützter Radarinterferometrie.

 

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Die Diskussionsbeiträge der anwesenden Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung bestätigten das Veranstaltungskonzept, über konkrete Projekte auch die generellen Potenziale und Chancen von GMES zu erörtern.

 

So verdeutlichte Dr. Jens Riecken vom Innenministerium NRW am Beispiel TERRAFIRMA, dass Geodaten, die auf neuen Technologieentwicklungen basieren, nur dann eine breite Nutzung durch amtliche Stellen erfahren, wenn sie flächendeckend vorliegen und bezahlbar sind. Diesem Anspruch wird TERRAFIRMA insofern gerecht, als das Vorhaben aktuell die Entwicklung eines „wide‐area products“ fördert zur Bereitstellung einer europaweiten lückenlose Basiskarte über Bodenbewegungen. Dabei bilden die neuen Radarsysteme wie TerraSAR X oder das 2012 in den Orbit startende GMES-Satellitensystem Sentinel 1 die Basis, um unter anderem die zeitliche Auflösung der benötigten Radardaten zu gewährleisten.

 

In diesem Zusammenhang wurde das Projekt GMES4mining angesprochen, in dem ab 2012 mit Förderung der Landesregierung NRW GMES-basierte Geoservices für den Bergbau zur Unterstützung von Exploration und Erkundung sowie des integrierten Monitorings für Umweltschutz und Betriebssicherheit erstellt werden.

 

Diskutiert wurden auch Einsatzmöglichkeiten der Technologie für konkrete Fragestellungen der Akteure in NRW. Vertreter vom Landesbetrieb Straßenbau NRW erkundigten sich nach der Möglichkeit, Autobahnen oder Brücken zu überwachen, im Sinne einer Dauerbeobachtung von maßgeblichen Einzelpunkten.

Das AIR-Business-Frühstück beleuchtete also insgesamt viele interessante GMES-Perspektiven und spiegelte dabei auch die Einschätzungen des im Oktober in Berlin durchgeführten deutschen GMES-Nutzerforums wider: So ist die Anwendungsentwicklung weiter zu fördern und auszubauen. Zudem ist mehr und zielgenauere Information zu GMES notwendig.

 

Grund genug, um nach dem erfolgreichen Verlauf des ersten AIR-Business-Frühstücks weitere Auflagen folgen zu lassen. Anregungen und Fragestellungen dazu sind sehr willkommen.

 

 

 


 
 
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