Veranstaltungen / AIR-Business-Frühstück / 10. AIR-Business-Frühstück
Benutzername:


Passwort:


10. AIR-Business-Frühstück am 07. Mai 2014, Thema: Lösungen für den Naturschutz – Portale, Apps und Datenerfassung

 

Knapp 30 Akteure aus Naturschutz, Tourismus, Wirtschaft und Hochschulen nutzten im Rahmen des 10. AIR Business-Frühstücks die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch. Diskutiert wurde der Einsatz von Geoinformationen und GIS-Technologien im Umfeld von Naturschutz und Tourismus.

 

Nach der Begrüßung und Einleitung durch Dr. Andreas Müterthies, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des AIR e.V., gaben Vortragende aus unterschiedlichen Bereichen Impulse für eine angeregte Diskussion.

 

Zunächst stellte Melanie Teske vom Naturschutzzentrum Kreis Kleve e.V. vor, wie Urlauber und Ausflügler zukünftig die Rheinaue bei Kleve erleben können. Denn ganz ohne Unterstützung erkennen die Menschen die Naturwerte nicht, weiß Teske. Erzielt werden soll somit eine erfolgreiche Besucherlenkung, ohne Übermöblierung der sehenswerten Landschaft mit Informationsschildern und Wegweisern. Per Internetportal samt zugehöriger App können Reisende demnächst passende Routen ermitteln und zu den Highlights der Region gelangen. Dabei kann das System sowohl Strecken von A nach B, aber eben auch die für Radfahrer und Wanderer interessanten Rundtouren beispielsweise von einem Parkplatz aus berechnen. Dem Naturschutz wird dabei jederzeit Rechnung getragen: Bestimmte Strecken können zum Beispiel zu Brutzeiten im Portal gesperrt werden und werden somit vermehrt gemieden.

 

Im Anschluss stellte Professor Stefan Taeger von der Hochschule Osnabrück verschiedene Beispiele für die digitale Erfassung im Gelände vor. Er zeigte, dass sogar ohne große Finanzmittel eine Lösung möglich ist und präsentierte Varianten mit OpenGIS Komponenten. Doch gerade im mobilen Bereich empfahl er den Einsatz von Experten, damit die entwickelte App oder Web-Lösung auch von den Nutzern akzeptiert wird.

 

Der dritte Vortrag von Jürgen Dressel von der Firma GeoDok aus Bielefeld beschäftigtes sich mit dem Thema, wie aus Daten neues Wissen generiert werden kann bei zeitgleicher Vermeidung von Insellösungen. Detailliert wurde erläutert, welchen Anforderungen ein modernes Portal heute genügen muss und wie  touristische Webseiten zum Verweilen einladen können. Im Fokus standen Tipp, wie einmal erfasste Daten mehrfach genutzt werden können.

 

Initiates file downloadRheinaue Erleben – Mit Internetportal, Hörerlebnissen und App die Natur im Kreis Kleve erlebbar gestalten. Melanie Teske, Naturschutzzentrum Kreis Kleve e.V.

 

Initiates file downloadMobile Datenerfassung in Naturschutz und Landschaftsplanung – Hardware, Software und Arbeitsabläufe. Professor Stefan Taeger, Hochschule Osnabrück.

 

Initiates file downloadAus Daten neues Wissen generieren - digitale Insellösungen vermeiden. Jürgen Dressel, GeoDok GmbH. 

 

Anschließend eröffnete der AIR die offene Diskussion mit den Naturschutz-Experten aus der Region. Insbesondere die vorgestellte Lösung aus dem Kreis Kleve wurde intensiv diskutiert. Viele gute Lösungen seien selbst in der Region gar nicht bekannt. Deutlich wurde dies nicht nur am Beispiel Kleve, sondern auch an der kurz vorgestellten Artenfinder-App des LANUV, die von vielen anwesenden Touristikern bisher nicht wahrgenommen wurde. Doch selbst wenn bereits vorhandene Lösungen die eigenen Anforderungen vollständig abdecken, stellt sich für viele die Frage der Finanzierung. Fördergelder sind oftmals für die Umsetzung der Projekte notwendig, die Programmierung oder Durchführung muss dann jeweils ausgeschrieben werden, so dass nicht in jedem Fall von bereits vorhandenen Lösungen oder Synergien profitiert werden kann. Gewünscht wurde jedoch eine bessere Außendarstellung der bestehenden Anwendungen, um den Austausch und das gegenseitige Lernen zu fördern.

 

Ein zweiter Diskussionspunkt waren die unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich der Nutzung und Vermarktung von Landschaft und Natur. Während die Landschaftsbehörden die Regionen oftmals intensiv schützen möchten, versuchen die Touristiker, die Regionen zu vermarkten um Urlaub anzuziehen. Die Teilnehmer diskutierten, dass eine intensive Einbindung beider Parteien in die Projekte absolut notwendig sei. Die Einführung von modernen Technologien sorgen in diesem Fall für eine erfolgreiche Besucherlenkung und vermeiden die unerwünschte Übermöblierung der Landschaft.

 

Auch die Erfassung von Informationen wurde intensiv diskutiert. Während einige Teilnehmer bereits auf Erfassungsstandards wie XErleben (siehe http://www.xerleben.de/) setzen, haben andere Einrichtungen noch nicht von diesem Objektmodell gehört und haben ihre ganz eigenen Richtlinien aufgesetzt, die dann zu den Daten der Nachbarkommunen nicht kompatibel sind.

Im Rahmen des 10. AIR-Business-Frühstücks wurde erneut die Notwendigkeit des regelmäßigen Austauschs zwischen den Akteuren innerhalb der Branche sowie mit den entsprechenden Anbietern deutlich. Die Bereitschaft einer intensiveren Zusammenarbeit wurde von den Teilnehmern signalisiert.


 
 
© 2017 AIR-Verband e.V.
 Kontakt |  Datenschutz |  Impressum |